Wenn ein Mensch sich gelegentlich klug verhält oder Kluges sagt, ist er deshalb noch lange nicht generell als „klug“ zu bezeichnen, besonders dann nicht, wenn er in seinem sonstigen Verhalten eher noch die gegenteilige Annahme auslöst.
Die wenigsten Menschen verhalten sich immer gleich. Und die jeweilige Verhaltensweise richtet sich oft nach körperlicher Verfassung, auch nach äußeren Umständen, Einflüssen usw. Nur weil ein Mensch sich mal geschickt, mal dumm, mal unwissend, mal klug, mal kompliziert oder locker, traurig oder fröhlich, müde oder dynamisch usw. verhält, kann man ihm dieses Attribut nicht grundsätzlich als typisches Charaktermerkmal zuweisen. Außerdem ist dies ja immer nur die Sichtweise Anderer. Wir maßen uns zu oft an, andere Menschen zu bewerten, zu be- oder verurteilen, besonders, wenn sie außerhalb unserer Vorstellungen denken, reden und handeln!
Wir nennen einen anderen Menschen oft auch „kompliziert“, wenn dessen Denkweise, Reden und Handeln sich so stark von unserer eigenen Denkweise und dem eigenen Verhalten unterscheiden, dass es für uns erhebliche Anstrengungen bedeuten würde, sich in diese (scheinbar!) andere Denkweise einzufühlen und dieses (scheinbar!) andere Verhalten zu verstehen.
Tatsächlich verhält sich derjenige, welcher einen anderen „kompliziert“ nennt und damit selbstgerecht verurteilt, aus der Sichtweise dieses „Verurteilten“ ebenso kompliziert.
Durch seine (scheinbar!) souveräne Haltung gelingt es so einem „Richter“ jedoch oft, den Anderen mit seinem Urteil „Du bist kompliziert“ zu verunsichern und damit von der eigenen Bequemlichkeit oder Unfähigkeit (sich damit auseinander zu setzen) abzulenken.
Erst wenn BEIDE bereit (und fähig) sind, für den Anderen Liebe und Verständnis aufzubringen, sich in sein „anderes“ Denken und Verhalten hineinzufühlen, ist das Thema beseitigt.
Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Thema? Schreiben Sie mir einfach eine Mail!
Wolfgang Pecher
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